Wo ist der Gnadenthron?
Nicht mehr in dunklem Schattenbild verborgen,
Nein, in dem Licht vom Auferstehungsmorgen
Hat Gott ihn dargestellt in seinem Sohn.
Sieh, hier ist Gottes Lamm,
Das unbefleckte, ohne Fehl und Tadel.
Hier ist der Priester von dem höchsten Adel:
Er opferte sich selbst am Kreuzesstamm.
Mit seinem eignen Blut
Ist durch den offnen Vorhang er gedrungen,
Hat durch der Himmel Himmel sich geschwungen,
Versöhnung machend seinem Volk zugut.
Nun ist sein Arm und Schoß
Der Müden und Beladnen Zufluchtsstätte.
Nun komm herzu, wer gerne Frieden hätte!
Die durchgegrabne Hand macht frei und los.
Sein teures Opfer reicht
In tiefste Tiefen, währt auf alle Zeiten,
Es gilt vor Gott bis in die Ewigkeiten;
Ein fester Grund, der nimmer wankt noch weicht.
So lasst hinzu uns gehen
Wahrhaft’gen Herzens, völlig im Vertrauen
Lasst uns auf Jesum, unsern Mittler schauen!
So wird uns viel Barmherzigkeit geschehn.
Er ist uns ja nicht fern:
Wo ein zerschlagnes Herz nach ihm sich sehnet,
Wo immer nur ein Auge zu ihm tränet,
Da ist fürwahr der Gnadenthron des Herrn.
Und allzeit ist er nah.
Aus heißem Kampf, aus drückender Beschwerde,
Aus aller Not, aus allem Staub der Erde, –
Ein kühner Glaubensschritt, – und wir sind da!
Da strahlt uns Himmelslicht,
Da ist die Ruh, da wird man stark und stille.
Da lernt man Schritt für Schritt, was Gottes Wille
Und findet Hilf und Kraft zu jeder Pflicht.
O dir sei Dank gebracht,
Mein Gott und Herr, du Lamm, das überwunden!
Du hast durch Kreuz und Tod den Weg gefunden,
Der Sünder frei und rein und selig macht.