David blieb mit seinen Leuten ein Jahr und vier Monate im Land der Philister (1.Sam. 27,7-12). In dieser Zeit konnten sie natürlich nichts aufbauen, um sich zu ernähren. Irgend wovon mussten sie aber leben und da blieb wohl nur eine sehr unschöne Möglichkeit, nämlich Raub. Dieser Raub durfte aber nicht das Missfallen des Königs Achis erregen. Wenn David dies berücksichtigt hätte, dann wären größtenteils nur Raubzüge in Juda in Frage gekommen. Das ging natürlich gar nicht, was sollte er also tun?
Um sein Heer und die dazugehörigen Familien zu ernähren, überfiel David das Land der Gesuriter, Girsiter und Amalektier, um von der Beute zu leben. David wusste genau, dass der König Achis ihn dafür zur Rechenschaft ziehen würde. Um seine Aktivitäten zu vertuschen, raubte David Vieh und Wertgegenstände und ließ keinen einzigen Augenzeugen leben. Männer wie Frauen wurden gleichermaßen getötet aus dem einzigen Grund, weil sie sonst Zeugen hätten sein können. Diese Vorgehensweise war durch nichts zu rechtfertigen gewesen. Außerdem griff David zur Lüge, er täuschte den König Achis, indem er ihn belog und ihm erklärte, dass er nur Überfälle auf Dörfer Judas und Umgebung gemacht hätte.
Vermutlich hatte David sich durchaus gefragt, ob er nicht doch irgendwie anders handeln könne und müsse. Vielleicht hätten sie ja auch Knechte der Philister werden können, um so ihr tägliches Brot verdienen zu können. Aber das hätte David wohl unmöglich seinen Kämpfern zumuten können. So wird er immer wieder zu dem Ergebnis gekommen sein, dass ihm gar nicht viel anderes als dieser Raubmord übrigblieb, wenn er wirklich im Land der Philister bleiben wollte. David hatte in Ziklag tatsächlich Ruhe vor Saul, aber der Preis, den er dafür bezahlte, war extrem hoch.
In Juda und auf der ständigen Flucht vor Saul hatte David zwar ein schweres Leben. Aber bei allem hatte er doch Gottes Hilfe erlebt und ein reines Gewissen vor Gott bewahren können. Der Weg, den ihm der Kleinglaube wies, war zunächst zwar viel einfacher, aber für Davids Seele war er eine Katastrophe. Das war das Kleingedruckte, das David überlesen hatte, als er sich für den Kleinglauben entschied.