«… Und sogleich verkündigte er in den Synagogen Christus, dass dieser der Sohn Gottes ist. Aber alle, die ihn hörten, staunten und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die verfolgte, die diesen Namen anrufen, und der dazu hierhergekommen war, um sie gebunden zu den obersten Priestern zu führen? Saulus aber wurde noch mehr gestärkt und beunruhigte die Juden, die in Damaskus wohnten, indem er bewies, dass dieser der Christus ist. Als aber viele Tage vergangen waren, beschlossen die Juden miteinander, ihn umzubringen. Doch ihr Anschlag wurde dem Saulus bekannt. Und sie bewachten die Tore Tag und Nacht, um ihn umzubringen. Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb über die Mauer hinab. Als nun Saulus nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei» (Apg. 9,20-26).
Als Jungbekehrter musste Paulus recht bald sehr schmerzliche Erfahrungen machen. Entsprechend seinem Naturell fing er kurz nach seiner Bekehrung an, Christus zu verkündigen. Das stieß aber nicht nur auf Zustimmung, sondern man versuchte, ihn dafür umzubringen. Er konnte sich dem nur durch Flucht entziehen und so ging er nach Jerusalem, um sich dort der Gemeinde anzuschließen. Sicher erhoffte er sich hier ein inneres Auftanken von den Strapazen der Flucht und dieser schrecklichen Erfahrung. Aber es kam ganz anders, die Gemeinde lehnte ihn in weiten Teilen ab. Man glaubte nicht der Echtheit seiner Bekehrung und fürchtete, dass er immer noch der alte Verfolger der Gemeinde von früher war.
Ein Schlag in die Magengrube war nichts dagegen! Erst die schreckliche Erfahrung der Flucht vor den Mördern und jetzt die furchtbare Enttäuschung von der Gemeinde. War das nicht zum Verzweifeln? Hätte Paulus hier nicht allen Grund gehabt, aufzugeben und Christus und der Gemeinde den Rücken zu kehren? Aber Paulus tat das nicht, er war aus einem anderen Holz geschnitzt. Er wusste, an wen er glaubte und dass all diese bedrückenden Erfahrungen letztlich nichts bedeuten gegen Jesus Christus.
Schon als Jungbekehrter vermochte es Paulus, mit großer Ausdauer Jesus nachzufolgen. Er wurde später einer der gesegnetsten Arbeiter, die es im Reich Gottes je gegeben hatte. Er war ein wesentlicher Motor für die Ausbreitung des Evangeliums in der Welt. Er wurde ein sehr wichtiger Mensch für den Aufbau und die innere Gesundheit der Gemeinde.
Aber nichts davon hätte es je gegeben, wenn Paulus nicht diese Ausdauer im Gottdienen gehabt hätte.