«Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, das er zu ihm gesprochen hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen! Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich» (Lk. 22,61-62).
«Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! Und das dritte Mal fragt er ihn: Simon, Sohn des Jonas, hast du mich lieb? Da wurde Petrus traurig, dass er ihn das dritte Mal fragte: Hast du mich lieb?, und er sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!» (Joh. 21,15-17)
«Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade» (1.Petr. 1,13).
Petrus hatte in einer dunklen Stunde seines Lebens den Herrn verleugnet. Die tiefere Ursache dafür war, dass er sich zu sehr auf sich selbst verlassen hatte und zu wenig auf die Gnade Gottes. So kam es, dass die Versuchung ihn überwältigte, bevor er die Gefahr überhaupt begriffen hatte. Er hatte das genaue Gegenteil von dem getan, was er eigentlich tun wollte; was ihm das Kostbarste war, hatte er verleugnet. Als ihm dies alles klar wurde, brach er innerlich zusammen und weinte bitterlich. Er fand keinen Trost mehr für sein Versagen. Er war umgeben von einem dichten Nebel aus Traurigkeit und Verzweiflung.
Doch durch diesen dichten Nebel drang etwas Licht. Da waren doch die Worte des Herrn, der das alles vorausgesagt und ihm so warm zugesprochen hatte (Lk. 22,31-32). Als der Herr auferstanden war, hatte er in besonderer Seelsorge diese Worte an Petrus nochmals bestätigt und vertieft.
Der gefallene und an sich selbst verzweifelnde Petrus fand dadurch wieder den Mut, aufzustehen und weiterzugehen. Nur mit dem Unterscheid, dass er nie wieder etwas in sich selbst suchte und sich von da ab vollständig auf die Gnade Gottes stützte.
Ausdauer im Gottdienen bedeutet auch, dass wir nicht liegenbleiben, wenn wir hingefallen sind. Sondern, dass wir die Ursachen für unser Hinfallen herausfinden und beheben. Und dann aufstehen, um an der Hand des Herrn weiterzugehen. Das lehrt uns Petrus, der nicht aufgab, wieder aufstand und später eine Säule in der Gemeinde wurde.