Und als Ahab hinaufzog, um zu essen und zu trinken, ging Elia auf den Gipfel des Karmel und bückte sich zur Erde und hielt sein Haupt zwischen seine Knie und sprach zu seinem Diener: Geh hinauf und schaue zum Meer hin! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da. Elia sprach: Geh wieder hinauf! So geschah es siebenmal. Und beim siebenten Mal sprach er: Siehe, es steigt eine kleine Wolke auf aus dem Meer wie eines Mannes Hand. Elia sprach: Geh hinauf und sage Ahab: Spann an und fahre hinab, damit dich der Regen nicht aufhält! Und ehe man sich's versah, wurde der Himmel schwarz von Wolken und Wind, und es kam ein großer Regen. Ahab aber fuhr hinab nach Jesreel» (1.Kön. 18,42-45).
Elias Gebet um Regen gibt uns eine wichtige Lehre über ausdauerndes Gebet [2]. Damals war Israel staubtrocken, die Israeliten standen morgens mit Staub auf und gingen abends mit Staub ins Bett. Es hatte schon über drei Jahre lang nicht mehr geregnet und dies war ein Gericht Gottes über Israel. Nachdem Israel sich wieder Gott zugewandt hatte, wusste Elia, dass er jetzt eine Verheißung hatte, um zuversichtlich für Regen beten zu können.
Allerdings, als Elia am Karmel um Feuer bat, kam die Erhörung sofort. Aber jetzt, als Elia um Regen betete, brauchte er Ausdauer und Geduld, die auf die Erhörung warten kann. Sechsmal kam der Diener mit der Meldung zurück: «Es ist nichts da»! Wie niederdrückend und entmutigend kann das sein, wenn wir sehnsüchtig auf eine Erhörung warten und immer wieder vor der Feststellung stehenbleiben müssen: «Es ist nichts da». Es hing jetzt sehr viel davon ab, dass Elia ausdauernd weiterbetete. Genau das tat er auch, er betete weiter, bis die Erhörung kam. Beim siebten Gang auf die höchste Spitze kam der Diener mit der Mitteilung zurück, dass eine kleine Wolke sich zeigt, und kurz darauf gab es einen gewaltigen Regen.
Das lehrt uns, dass wir in unserem Flehen nicht aufgeben dürfen. Die Zeit der Erhörung wird kommen, so sicher wie bei Elia die Wolke erschien. Darum müssen wir lernen, mit Ausdauer zu beten und nicht zu früh aufzugeben. Denn auch die Jünger vor Pfingsten mussten Tag für Tag weiterbeten, bis die Verheißung des Vaters kam (Apg. 1,4.14). Als Petrus im Gefängnis lag und hingerichtet werden sollte, betete die Gemeinde ohne Aufhören für ihn (Apg. 12,5-7), bis Gott die Erhörung schenkte. Und in dem Gleichnis von der bittenden Witwe kommt diese Witwe immer wieder mit großer Ausdauer vor den ungerechten Richter, damit wir von ihr lernen, dass «man allezeit beten müsse und nicht müde darin werde dürfe « (Lk. 18,1; Menge Ü.).