Als David noch wirklich Gott vertraute, war er nie, nicht ein einziges Mal so verzweifelt gewesen wie jetzt, als er im Land der Philister vor den rauchenden Trümmern von Ziklag stand. Wie schwer die Wege auch waren, David durfte sich in der Hand Gottes und unter dem Schutz Gottes wissen. Wenn er nicht mehr weiterwusste, dann fragte er Gott, der ihm Wegweisung gab. Wenn die Versuchung zur Sünde da war, dann schaute er auf Gott, der ihn bewahrte. Und wenn es schien, als ob alles zu Ende sei, dann war der Herr da und fing ihn wieder auf.
Genau daran erinnerte David sich offensichtlich in den Trümmern zu Ziklag, denn hier an diesem Punkt kehrte er wieder zurück zu seinem früheren, geradlinigen Gottvertrauen:
«Und David geriet in große Bedrängnis, weil das Volk ihn steinigen wollte; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott, und sprach zu dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte, befragte David den Herrn und sprach: Soll ich dieser Schar nachjagen und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du wirst sie einholen und retten. Da zog David hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren» (1.Sam. 30,6-9).
Christ und Hoffnungsvoll entkamen dem Riesen Verzweiflung mit Mühe und Not. Aber sie mussten diesen ganzen parallelen Weg wieder zurücklaufen bis an die Stelle, wo sie den richtigen Weg verlassen hatten. Sie mussten wieder genau da anfangen, wo sie aufgehört hatten.
Genauso ging es David auch. Er fing wieder da an, wo er aufgehört hatte, nämlich bei seinem alten Gottvertrauen, wo er mit Gott fest rechnete und ganz sicher wusste, dass der Herr sein Hirte ist, ihm nichts mangeln wird und der Herr auch im finstersten Tal bei ihm sein würde. Er fing genau da wieder an, wo er Gott treu nach seinem Willen und seiner Wegweisung fragte: «David fragte den Herrn» (V. 8)! Wie lange hatte David dies schon nicht mehr getan? Wir lesen dies nicht in einem einzigen Fall seit seinem Entschluss, zu den Philistern zu fliehen! Aber jetzt ging David ganz bewusst wieder zurück auf den göttlichen Weg und er blieb auch darauf (2.Sam. 2,2 ff.). Das schloss natürlich auch ein, dass er den Herrn nicht nur fragte, sondern auch das befolgte, was der Herr ihm sagte. Darum verließ er letztlich das Land der Philister und kehrte nach Juda zurück.
Davids Beispiel lehrt uns: Wenn du gestrauchelt bist, wenn du falsche Entscheidungen getroffen hast, wenn dir Bereiche deines Gottdienens missraten sind und du nicht geradlinig dem Herrn nachgefolgt bist, dann gehe zurück und wähle wieder den geraden und richtigen Weg!
Genau das tat David hier! Er hatte durch den Kleinglauben schwere Fehlentscheidungen getroffen, er war in mancher Hinsicht böse gestrauchelt. Aber er blieb dabei nicht stehen, sondern ging zurück und wählte wieder den richtigen Weg. Darum konnte Gott ihn trotz allem doch noch ans Ziel führen.