Weil sie nun doch nicht mit den Philistern kämpfen mussten, kehrten David und seine Männer zurück nach Ziklag (1.Sam. 30). Und hier standen sie vor plötzlich vor einer Katastrophe, die sie wie ein Keulenschlag traf. Denn die ganze Stadt war bei ihrer Ankunft nur noch ein rauchender Trümmerhaufen. Die Amalekiter waren in ihrer Abwesenheit über die Stadt hergefallen, hatten sie ausgeplündert und mit Feuer verbrannt. Viel schlimmer noch war aber, dass die Frauen und Kinder alle verschleppt worden waren. David und seine Männer konnten nicht einmal wissen, ob ihre Angehörigen überhaupt noch lebten:
«Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, dass sie mit Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Söhne und Töchter gefangen waren, erhoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten. Auch die beiden Frauen Davids waren gefangen genommen worden: Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, die Frau Nabals, des Karmeliters. Und David geriet in große Bedrängnis, weil das Volk ihn steinigen wollte; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter» (1. Sam. 30,3-6).
Viel größer könnte eine Verzweiflung kaum noch sein, als die, die sie jetzt erleben mussten. Hinzu kam, dass die Verzweiflung seiner Männer sich bald auch gegen David selbst richtete. Die Männer gaben David die Schuld und wollten ihn sogar steinigen.
Als Christ und Hoffnungsvoll auf dem angenehmen und scheinbar parallelen Weg immer mehr die himmlische Stadt aus den Augen verloren, da fielen sie schließlich dem Riesen Verzweiflung in die Hände. Vor diesem Riesen stand David jetzt auch, und dieser Riese war furchtbar.
Davids Kleinglaube hatte es weder vermocht, seine Probleme zu lösen noch ihm einen Ausweg zu zeigen, der ihm wirklich geholfen hätte. Im Gegenteil, er führte ihn auf einem scheinbar parallelen Weg zu einem Tiefpunkt, der einfach zum Verzweifeln war und viel schlimmer als jede Not, die er vorher erlebt hatte.